Alles über Abgasskandal
Diesel PKW-Neuzulassungen Zoom
Foto: Dataforce

Umfrage zum Diesel im Fuhrpark

Wie Flotten zum Diesel stehen

Trotz Abgasskandal blieben Großkunden dem Selbstzünder weitestgehend treu. Wann aber ziehen Fuhrparkleiter den Diesel aus dem Verkehr? Dataforce befragte 2.000 Fuhrparkleiter.

Der Diesel steht unter Beschuss. Immer mehr Hersteller nehmen den Selbstzünder aus dem Programm. Nur jeder zehnte verkaufte Toyota ist noch ein Diesel. Volvo, die Marke mit dem derzeit höchsten Dieselanteil in Flotten (85,5 Prozent), will sogar bis Ende 2030 gar keinen Diesel mehr verkaufen. Auf der IAA in Frankfurt schmückten sich die Autobauer lieber mit ihren neuen Elek­tromodellen und übertrumpften sich mit Aussagen zur eigenen Zukunft in Bezug auf Elektromobilität. Die Politik streitet derweil, ab wann der Diesel endgültig verboten werden soll.

Nur, wollen wirklich alle Autofahrer auf Diesel verzichten? Vielfahrer definitiv nicht. Für sie ist und bleibt in den meisten Fällen der Diesel die kostengünstigste Antriebsvariante. Ein Punkt, der gerade bei Firmenflotten starkes Gewicht hat.Über 70 Prozent der Fahrzeuge in Firmenflotten sind derzeit Diesel. Je größer die Flotte, desto größer der Dieselanteil, wie eine Studie von Dataforce zeigt. Dennoch sank auch im relevanten Flottenmarkt der prozentuale Dieselanteil in den vergangenen Jahren teils deutlich. War der Diesel auf dem Flottenmarkt 2011 mit 76,4 Prozent Anteil auf seinem Höchststand, so liegt er aktuell im Jahr 2017 nur noch bei 66,9 Prozent, Tendenz fallend. Weil aber in den vergangenen Jahren insgesamt immer mehr Autos verkauft wurden, stieg trotz prozentualer Abnahme die absolute Zahl an Diesel­neuzulassungen im Flottenmarkt (2017: circa 840.000 Pkw).

Privat legen sich allerdings immer weniger Autofahrer einen Diesel als Neuwagen zu. Nahmen die allgemeinen Neuzulassungen von Januar bis August dieses Jahres um moderate 1,2 Prozent ab, so waren es alleine beim Diesel sieben Prozent. Ein Trend, der sich gleichfalls auf dem Gebrauchtmarkt widerspiegelt. Weil jedoch bis zu 68 Prozent der Gebrauchtwagen ehemalige Firmenwagen sind, kann der Rückgang des Dieselanteils im Flottenmarkt auch als Versuch gesehen werden, sich der veränderten Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt anzupassen, so Dataforce. In der Umfrage gaben 81 Prozent der 2.000 befragten Fuhrparkleiter an, sich im Zuge der Dieseldebatte bereits Gedanken um Restwerte gemacht zu haben.

Ein weiterer Grund für mehr Vorsicht bei der Anschaffung von Dieselfahrzeugen seien zudem mögliche Fahrverbote. Jedoch sei ein Rückgang des Diesel­anteils in den von Fahrverboten besonders betroffenen Regionen nicht spürbar. Das liegt womöglich daran, dass Euro-6-Fahrzeuge in den Debatten um Fahrverbote bislang weitestgehend verschont blieben. Laut Studie spielen vor allem die Unternehmen mit dem Gedanken, sich vom Diesel abzuwenden, die ohnehin nur wenige Selbstzünder im Fuhrpark haben. Als Alternativen sehen Flottenmanager vorzugsweise Benziner und Hybride.

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Datum

16. Oktober 2017
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