Mercedes-Benz Sprinter 2018 10 Bilder Zoom
Foto: Mercedes

Mercedes Sprinter (2018) im Test

So gut fährt der neue Mercedes Sprinter

Die Generation Nummer drei steht in den Startlöchern. 23 Jahre nach dem ersten Sprinter meldet sich die neueste Ausbaustufe des Transporter-Klassikers von Mercedes zur ersten Ausfahrt.

Ein ausgedientes Hafengelände in Amsterdam bildet den Rahmen für das erste dynamische Zusammentreffen mit Sprinter Nummer drei. Die urbane Lage ist, glaubt man den Kollegen von Mercedes-Benz, nicht zufällig gewählt. Denn nach wie vor bilden die leichten Nutzfahrzeuge dieser Klasse das Rückgrat der städtischen Geschäftswelt, egal ob als Kastenwagen für Lieferanten, robuste Pritschenwagen für Handwerker oder als geräumige Kleinbusse und Shuttles im Nahverkehr. Natürlich bedient Daimler auch mit dem neuen Sprinter diese Belange schon ab Werk. Dazu kommt dank der nagelneuen Frontantriebsarchitektur, die erstmals im Sprinter erhältlich ist, auch ein reiner Triebkopf, beispielsweise für teilintegrierte Wohnmobile. Insgesamt lassen sich so laut Daimler mehr als 1.700 verschiedene Varianten konfigurieren. 

Keyless Go mit Handschmeichler statt Klappheimer

Schon die Startprozedur läuft ein wenig anders ab als bei den meisten leichten Nutzfahrzeugen gewohnt. "Der Schlüssel ist im Auto" – das kennt man. Beim Blick auf das Zündschloss ist allerdings nur ein Start-Knopf zu sehen – serienmäßig. Der Schlüssel bleibt wahlweise in der Hosentasche, einem kleinen Schacht am Kabinenboden oder irgendwo sonst in der Nähe des Lenkrads. Einzig für den Zugang braucht der Fahrer künftig noch das kleine Kästchen, das eher an einen Handschmeichler erinnert als an das althergebrachte Stück Metall. Dank der konsequenten Ausrichtung auf die digitale Welt ist aber nicht einmal mehr das zwingend notwendig. Im Zweifel genügt je nach Ausstattung auch ein langer Taps auf die entsprechende virtuelle Schaltfläche in der Mercedes Pro Connect App und schon klacken die Türschlösser. 

Riesendisplay mit Fernsteuerung

Beim Einsteigen fällt der Blick unweigerlich auf das zentrale 10,25 Zoll große HD-Display des neuen Multimediasystems, das rein optisch ein klein wenig an einen Ghettoblaster aus den 1980ern erinnert. Im ganzen Konzern ist der Sprinter das erste Nutzfahrzeug und nach der A-Klasse das zweite Modell überhaupt, das auf Wunsch mit der neuen Mercedes-Benz User Experience, kurz MBUX, zu haben ist. Natürlich ist der Bildschirm zeitgemäß als Touchscreen ausgeführt. Dazu kommen zwei touchaktive Elemente am Lenkrad, die mit den Daumen bedient werden. Die linke Hand steuert das Display im Kombiinstrument, ebenfalls farbig und hochauflösend. Die rechte Hand ist für den großen Bildschirm zuständig. Zwar wirken die Touchflächen auf den ersten Blick sehr klein, doch sind sie empfindlich genug, dass nicht einmal ein Quadratzentimeter Sensorfläche genügt, um die Bildschirme zielsicher zu steuern. Auf den ersten Blick wirkt das Lenkrad mit all den verschiedenen Schaltern – die Bedienelemente für den Tempomaten sind auch vom Lenkstockhebel ans Lenkrad gewandert – ziemlich überfrachtet. Die Eingewöhnung dauert aber weit weniger lang als gedacht. Die Tasten sind logisch angeordnet und ihre Funktion markentypisch einfach zu erfassen.

Sprachsteuerung versteht natürliche Sätze

Der wahre Clou, das ist zumindest der Plan der Mercedes-Entwickler, ist die neue Sprachsteuerung des Systems. Sie funktioniert ähnlich wie beispielsweise Apples Siri und erkennt auch Ansagen wie "Ich bin müde". Darauf spuckt MBUX auf dem Display eine Liste von Hotels in der Nähe aus. Während der Spracheingabe pulsieren virtuelle Wellen, ähnlich wie am Smartphone. Dies signalisiert, dass das System zuhört. Danach verändert sich das Muster – MBUX rechnet. Um den virtuellen Assistenten zu aktivieren, genügt es, das Triggerwort "Mercedes" zu nennen. Da andere Fahrgäste damit einiges an Schindluder treiben können, lässt sich diese Funktion aber auch deaktivieren. Dann muss der Fahrer vor der Ansage wie bisher einen Knopf drücken. Darum sind auch Funktionen wie der Tempomat ausdrücklich nicht per Sprachbefehl steuerbar. So verhindert Daimler, dass ein ungeduldiger Fahrgast aus der zweiten Reihe in einer Baustelle brüllt: "Mercedes, stelle den Tempomaten auf 150 km/h."

Navigation mit What3Words

Auch bei der Navigation geht Daimler dank MBUX andere Wege als zuvor. Zwar haben schon frühere Systeme die Spracheingabe des Ziels beherrscht, jedoch eine vorgegebene Reihenfolge der Adressbestandteile verlangt. Mit der neuen Generation stellt Daimler aber gleich das gesamte Konzept der Navigation als solches auf den Kopf. Neben Adressen, also Ort, Straße, Nummer, versteht MBUX auch die Koordinaten des Start-ups What3Words. Dieses hat den gesamten Globus in Felder à drei mal drei Meter unterteilt. Jedes Feld ist durch die einfache Kombination von drei Wörtern auffindbar. Die Worte "scharfe.heutige.buchtitel" etwa bringen den Sprinter direkt nach Hause, an die Einfahrschranke des Düsseldorfer Sprinter-Werks. Eine herkömmliche Adresse wäre lange nicht so präzise. Wichtig für "Mercedes" ist, dass auch die Punkte ausgesprochen werden. Anhand dieser Marker erkennt die charmante virtuelle Assistentin nämlich, mit welcher Art von Adresse sie es zu tun hat.

Noch gibt es ein paar Schwächen

In der Zukunft soll das System nicht nur Hotels oder Restaurants anzeigen, sondern die Informationen gleich soweit verknüpfen, das beispielsweise nur Gaststätten zu sehen sind, die aktuell auch geöffnet sind. Bis dahin gibt es aber noch ein paar grundlegende Probleme zu beheben. Auf die Anweisung, den Radiosender zu wechseln, reagiert MBUX mit dem Hinweis, einen konkreten Sender zu nennen. Wer aber fern der Heimat unterwegs ist und eben keine Station beim Namen kennt, ist zumindest per Sprachbedienung aufgeschmissen. MBUX wartet stoisch auf die Eingabe, zeigt aber nicht beispielsweise eine Liste der verfügbaren Optionen an. Auch beim Versuch, den als Beispiel vorgeschlagenen Südwestdeutschen Rundfunk zu nennen, gibt sich das System störrisch. Statt zu erklären, dass das Antennensignal nicht bis in die Niederlande reicht, bricht es die Kommunikation ab und wirkt dabei wesentlich weniger intelligent, als es eigentlich ist.

Neben den genannten Funktionen lässt sich per Sprachbefehl auch die Sitzheizung aktivieren. Dies ist gar nicht so ungeschickt. Denn die Lage des physischen Schalters verlangt Eingewöhnung. Da lässt man lieber den Computer suchen. Insgesamt fällt das Kapitel Ergonomie nicht vollends positiv aus. Wegen der wuchtigen MBUX-Einheit rutscht die Bedieneinheit für Klima und Co. weit nach unten und aus dem Blickfeld des Fahrers. Versuche, dies mit "Mercedes" zu umgehen stoßen aber auf taube Ohren.

Das sind allerdings schon die größten Kritikpunkte an der Ergonomie des Innenraums im neuen Sprinter. Die großen Fächer vor dem Fahrer sind zwar während der Fahrt nicht perfekt zu erreichen, bieten dafür aber genug Platz für dies und das und sind dank Gummimatten auch ausreichend rutschfest. Dort findet auch die kabellose Ladefläche für entsprechend ausgerüstete Smartphones ihren Platz. Alle anderen lassen sich über USB laden. Allerdings ist Daimler hier seiner Zeit noch ein wenig weiter voraus als beim kabellosen Laden. Statt herkömmlicher Ports sind im Testwagen nur USB-C-Anschlüsse verbaut, dankenswerterweise mit extra Adapter. Zumindest im ersten Schritt wäre es schön gewesen, beide Standards an Bord zu wissen. Stabile in die Mittelkonsole integrierte Cupholder halten den Kaffeebecher immer griffbereit und eine auf Wunsch sogar in edler Lederoptik gepolsterte Armauflage komplettiert das Ensemble. Komfortabel fallen auch die Sitze aus, auch dank der ausziehbaren Sitzfläche, die so genügend Beinauflagefläche bietet. Und auch die Scheibenwischer machen einen deutlichen Sprung. Im Sprinter setzt Daimler das sogenannte Wet Wiper System ein. Zahlreiche Düsen im Wischerblatt sprühen das Wischwasser vor dem Wischer auf die Scheibe. So wird vermieden, dass die Wischer ungewollt trocken laufen und sich abnutzen. Zudem bleibt die Sicht auch beim Sprühen wesentlich besser, da maximal dünne Linien auf der Scheibe liegen statt einer unförmigen Sprühpfütze.

Selbst ohne Luftfederung äußerst bequem

Beim Tourer hat sich Daimler vom Schaukel-Rüttel-Hoppel-Image verabschiedet, wie eine Fahrt auf den hinteren Plätzen eindrucksvoll beweist. Die Sitze an sich sind noch einmal bequemer als beim Vorgänger. Dazu kommen klappbare Cupholder an der Vorderseite der Sitzfläche und Handyladeschalen an der Wand, ebenfalls ausschließlich mit USB-C. Der Innenraum fällt nun auch deutlich leiser aus als zuvor. Größter Pluspunkt des neuen "People Movers" ist allerdings der Fahrkomfort. Wer einmal in einer der hinteren Reihen eines Personen-Sprinters saß, erinnert sich wohl vor allem an jede einzelne Bodenwelle. Grundsätzlich soll hier die neue luftgefederte Hinterachse Abhilfe schaffen. Doch auch ohne die Technik reist es sich deutlich angenehmer. Anteil daran haben die Reifen. Statt wie bisher rund vier bar, sinkt der Luftdruck auf drei bar. So hat der Sprinter Tourer also auch mit Stahlfedern ein Stückchen von der komfortablen Luftfederung an Bord. 

143 PS, Frontantrieb, 6-Gang: Wir bitten zum Test

Das Fahrzeug, das sich als erstes dem Urteil von lastauto omnibus unterziehen muss, ein Kastenwagen, hat einen 143 PS starker 2,1 Liter Diesel, den neuen Frontantrieb und ein manuelles Sechsganggetriebe an Bord. Grundsätzlich neu ist der Motor nicht. Allerdings hat Daimler einerseits den Zylinderkopf angepasst, vor allem aber die Peripherie überarbeitet. Außerdem verbaut Daimler in den Aggregaten die neueste SCR-Generation und hat auch die Motorsteuerung modernisiert. Im ersten Schritt werden die Dieselmotoren auch die einzige verfügbare Antriebsvariante der neuen Sprinter-Generation sein. Im Sommer 2019 kommt zwar endlich der batterieelektrische eSprinter, doch zum Beispiel eine Erdgasvariante ist nicht geplant. Benziner gibt es wiederum nach aktuellem Stand nur für den amerikanischen Markt. Bei beiden Alternativen zum Diesel gibt sich Daimler allerdings nicht zugeknöpft. Ein Erdgasmotor sei nicht ausgeschlossen. Und natürlich sei es bei entsprechendem Bedarf auch möglich, dass der Benziner nach Europa kommt. Solche Möglichkeiten angesichts der aktuellen Stimmung in Politik und Markt kategorisch auszuschließen wäre ohnehin fatal. 

Angenehmes Fahrverhalten, vorbildliche Abstimmung

Ob mit neuer oder bewährter Technik: beim ersten Anfahren fühlt sich der Wagen sofort an wie ein alter Bekannter. Der Druckpunkt der Kupplung ist angenehm. Sehr gut abgestimmt ist auch die Traktionskontrolle. Wer mit der Brechstange versucht, die vorderen Räder aus der Ruhe zu bringen, erntet zwar ein wenig pfeifende Reifen, spürt aber im Gegenzug, dass die Elektronik den Schlupf exakt ausbalanciert. Sie bremst den Bleifuß also gerade so weit ein, dass die Haftung gewahrt bleibt, gleichzeitig aber nicht wie ein ruppiger Anker wirkt. Ebenso wie die Traktionskontrolle arbeitet auch der Seitenwindassistent auf Basis des ESP. Bei der Fahrt über die holländische Autobahn gibt es vom seitlich wehenden Wind mehr als genug, wovon auch die Windräder am Straßenrand turbulent zeugen. Trotzdem hält die Elektronik den Wagen unmerklich in der Spur. Nur ganz selten ist ein Eingriff überhaupt zu spüren. Der Rest funktioniert unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Fahren wie im Pkw

Mercedes hat also beim Sprinter erreicht, dass sich der 3,5 Tonner trotz seiner Ausmaße handlich und geschmeidig wie ein Pkw fährt. Selbst rückwärts einparken verliert dank der optionalen 360-Grad-Kamera auch den letzten Schrecken, die das Fahrzeug in der Draufsicht zeigt. Dazu kommen Parkpiepser rundum, wie sie auch der Wettbewerber VW Crafter bietet. 

MBUX setzt neue Standards

Wo der Sprinter mit Bequemlichkeit und dem revolutionären neuen Multimediasystems, das tatsächlich deutlich vor all den Lösungen liegt, die die Wettbewerber anbieten, brillieren kann, gibt es beim neuen Spurassistenten ein wenig Nachbesserungsbedarf. Während VW direkt in die Lenkung eingreift und so de facto ein Stück weit autonomes Fahren ermöglicht, bleibt der Spurhalter im Sprinter ein Warnsystem. Auch hier nutzt Daimler die Funktionen des ESP. Statt über die Lenkung schubsen die Steuergeräte den Sprinter über gezielte Bremseingriffe zurück in die Spur. Vorher vibriert das Lenkrad warnend. Als letzte Eskalationsstufe wird der Fahrer über eine rote Anzeige und ein relativ starkes Bremsmanöver aufgerüttelt. Soviel zur Theorie. In der Praxis gelingt es dem System nur in wenigen Fällen, den Wagen tatsächlich wieder ganz zurück in die Spur zu bringen. Reagiert der Fahrer trotz der dann folgenden Bremsung nicht mit einem entsprechenden Lenkbefehl, gibt der Spurhalter den Wagen nach kurzer Zeit wieder frei, ob er nun wieder in der Spur ist oder nicht.   

Manuell träge, mit Automatik spritzig

Ein Kuriosum ist die Motorisierung des Kastenwagens. Im Zusammenspiel mit dem etwas hakeligen Sechsganggetriebe wirkt er relativ müde. Ganz anders verhält es sich aber, wenn sich der 314 CDI mit der neuen Neungangautomatik zusammen tut. Dann wirkt der Wagen auf einen Schlag eine ganze Spur spritziger. Die vielen Stufen und eine komfortable Abstimmung sorgen dafür, dass Schaltvorgänge kaum spürbar ablaufen. Einzig ein längerer Gang als Overdrive fehlt.

Evolution geglückt, Revolution eingeläutet

Unter dem Strich ist die Evolution des Urgesteins unter den leichten Nutzfahrzeugen also geglückt. Auch wenn der Vorgänger gefühlt noch gar nicht so alt war, hat Daimler die Baureihe mit einem Schlag in die Zukunft überführt. Den größten Anteil daran hat die Elektronik mit all ihren vernetzten Möglichkeiten von MBUX bis Mercedes Pro Connect, die das Zeug haben, im Segment eine Revolution auszulösen. Blendet man dies jedoch aus und betrachtet das reine Basisfahrzeug – schließlich wird nicht jeder Sprinter mit riesigem Display und allen Schikanen vom Band laufen – bleibt trotzdem ein gelungenes Nutzfahrzeug mit einigen spannenden Neuheiten übrig. Seine Langstreckenqualitäten und seinen Durst wird der neue Sprinter in den nächsten Monaten im Einzeltest beweisen müssen. 

Zoom Mercedes-Benz Sprinter 2018 Foto: Mercedes
Besonders das 10,25 Zoll große HD-Display macht ordentlich was her.

Mercedes Pro Connect

Wie der Sprinter zeigt, hat sich Daimler vom reinen Fahrzeughersteller zum Anbieter für komplexe Mobilitätslösungen weiterentwickelt. Mit Mercedes Pro Connect wird der Sprinter zum zentralen Punkt in einem verzweigten digitalen Räderwerk. Dabei verbindet das System die Highspeed-Internetschnittstelle im Sprinter, die auch einen mobilen Hotspot befeuert, mit dem Vehicle Management Tool beim Fuhrparkmanager und der eigens entwickelten App im Smartphone des Fahrers. Zum Marktstart bietet Daimler insgesamt acht sogenannte Mehrwertpakete für Mercedes Pro Connect an. Los geht es mit der Wartungsunterstützung. Damit lassen sich Service- und Wartungsdienste rechtzeitig planen. Doch auch bei Pannen unterwegs hilft die Zentrale zielgerichtet. Über ein Flottenmanagement-Paket kann der Fuhrparkmanager sowohl den Standort als auch den Fahrzeugstatus mit Kennwerten wie dem Diesel- oder Adblue-Füllstand überwachen.

Dazu kommt die vereinfachte Kommunikation. Zwischen Fahrzeugmanager und Fahrer kann das System Nachrichten oder Aufträge übermitteln, was den Zeitaufwand deutlich senkt. Diese Nachrichten tauchen im Display auf. Dorthin kann der Fuhrparkleiter über ein weiteres Paket auch Ziele, sogenannte Points of Interest verschicken. Nimmt der Fahrer diesen POI an, erscheint er automatisch als neues Navigationsziel. Weiter bleibt das Kartenmaterial dank Over-the-air-Updates stets aktuell. Weitere Bestandteile von Mercedes Pro Connect sind Fahrstilanalyse und digitales Fahrtenbuch. Über die Fahrzeugfernsteuerung lässt sich der Sprinter auch aus der Ferne bedienen. So lässt sich das Fahrzeug zum Beispiel per App öffnen und verriegeln. Dies senkt auch den Organisationsaufwand, da der physische Schlüssel so beispielsweise nicht mehr nötig ist, um den Transporter zu beladen. Zu guter Letzt verfügt Mercedes Pro Connect über eine Datenschnittstelle, mit der Mercedes Transporter in bereits vorhandene Flottenmanagement-Lösungen integriert werden können. So behält der Fuhrparkmanager auch dann den Überblick über die gesamte Flotte, wenn unterschiedliche Fahrzeugmarken beteiligt sind.

Zoom Mercedes-Benz Sprinter 2018 Foto: Mercedes
Das Design des Transporters wirkt moderner. Im Innenraum setzt Mercedes auf Technik aus den Pkw-Reihen.

Mercedes-Benz User Experience

Das neue Multimediasystem namens Mercedes-Benz User Experience (MBUX) hält im Sprinter zum ersten Mal Einzug in ein Nutzfahrzeug. Anders als die Wettbewerber verbaut Daimler im Sprinter keine schon in der Großserie bewährte Standardlösung, sondern ein taufrisches System, das gerade erst auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentiert wurde. Außer dem Transporter spielt konzernweit nur die neue A-Klasse die Vorreiterrolle. MBUX ist wahlweise mit einem sieben oder 10,25 Zoll großen Touchscreen erhältlich. Zusätzlich bedient der Fahrer die Anzeige über zwei touchaktive Elemente am Lenkrad. Dazu kommt die grundlegend weiterentwickelte Sprachbedienung, die auch natürliche Sprache versteht. Das Zentraldisplay bildet dabei das kommunikative Zentrum. Neben der Navi-Karte zeigt MBUX auch Zusatzinformationen wie Kraftstoffpreise oder das Wetter an. Überdies ist im System eine künstliche Intelligenz integriert. Anhand des Nutzerverhaltens kann die Telematik lernen und vorhersagen. So kann es zur Situation passende Ziele – Feierabend-nach Hause – vorschlagen, bestimmte Radiosender oder den Anruf bei bestimmten Kontakten. Zusammen mit der modernen hochauflösenden Grafik setzt das neue MBUX definitiv Maßstäbe, nicht nur im Nutzfahrzeugbereich.

Dieser Artikel stammt aus Heft Firmenauto 06/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

Autor

Datum

13. April 2018
Kommentare
  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres