Hyundai i30 Fastback 2018 13 Bilder Zoom
Foto: Hyundai

Hyundai i30 Fastback Fahrbericht

Unterwegs im kompakten Fließheck

Anstelle eines Dreitürers bietet Hyundai den i30 jetzt als Fastback an. Das Fließheck will Designchef Thomas Bürkle als Coupé verstanden wissen. Wir fuhren mit dem flotten Kompakten schon eine erste Runde.

Üblicherweise entscheidet das Marketing über neue Modelle. Aufwändige Messestudien sollen zeigen, wie das Publikum auf neue Karosserieformen reagiert. Im Anschluss entscheidet die Resonanz darüber, ob dann eine Serienversion folgt. Beim neuesten Derivat der i30-Familie ging Hyundai einen anderen Weg. Designchef Thomas Bürkle träumt bereits seit Kindestagen davon, einen Gran Tourismo zu entwerfen, also ein Auto für die lange Reise mit elegantem Design.
Zum Glück fand der Vorstand Gefallen an der Idee. Auf der Straße wirkt das flotte Heck des neuen i30 Fastback nämlich tatsächlich frisch. Mit einer Länge von 4,46 Metern liegt das neue Fließheck genau zwischen Steilheck und Kombi, wahrt in beide Richtungen zwölf Zentimeter Distanz. Neben der gegenüber dem Steilheck um zweieinhalb Zentimeter flacheren Dachlinie gestalteten die Designer auch die Bugpartie anders. Der flachere Kühlergrill passt gut zum schicken Auftritt. In der Klasse gibt es wenig Konkurrenz: Der Honda Civic streckt sich in seiner aktuellen Version noch mal sieben Zentimeter länger, den Mazda 3 gibt es als Limousine mit Stummelheck. Die Limousine des Audi A3 spielt bereits in einer anderen Preisliga. Immerhin zehn Prozent der i30-Kunden sollen sich für die neue Karosserieversion entscheiden.

Zoom Hyundai i30 Fastback 2023 Foto: Hyundai
Innen unterscheidet sich der Fastback kaum von den anderen i30.

Dafür wird sicher nicht der Innenraum den Ausschlag geben, denn dort gleicht der Fastback seinen Geschwistern wie ein Ei dem andern. Die Bedienung ist also gewohnt unproblematisch, die Platzverhältnisse passen zumindest vorn. Etwas schweißtreibend sind die Stoffsitze, da empfehlen sich die angenehmeren Lederpolster. Sie gibt es zudem in einem dem Fastback vorbehaltenen Dunkelrot. Wem es angesichts solch mutiger Farben die Röte ins Gesicht treibt, der kann 168 Euro (alle Preise ohne MwSt.) in die optionale Sitzbelüftung investieren.


Aussichtsloser Rückblick
Die gibt es für die zweite Reihe nicht, aber ansonsten lässt es sich auch da gut aushalten. Zumindest, solange der Oberkörper der Passagiere nicht ungewöhnlich lang ist, dann stößt nämlich bald der Kopf an den Dachhimmel. Zudem sollten jene den Fond meiden, die sich in dunklen Räumen mit wenig Aussicht unwohl fühlen. Zwar wirkt die nach hinten oben strebende Fensterlinie von außen dynamisch, von innen nimmt sie aber den Ausblick. Ähnlich wirkt sich die hohe Abrisskante auf der Heckklappe aus: Von außen erinnert sie mit ihrer Eleganz an manche SUV-Coupés aus Stuttgart, von innen versperrt sie den Blick nach hinten und macht eine Rückfahrkamera (Aufpreis im Paket 630 Euro) unverzichtbar.

Zoom Hyundai i30 Fastback 2024 Foto: Hyundai
Unter der großen Heckklappe findet reichlich Gepäck Platz.

Unter der großen Klappe mit der kleinen Scheibe zeigen sich dann aber handfeste Vorteile: 450 Liter schluckt der i30 Fastback an Gepäck. Das sind immerhin 55 Liter mehr als beim Steilheck. Hier macht sich bemerkbar, dass die ganze zusätzliche Länge im hinteren Überhang steckt. Natürlich kommen bei dem selbst ernannten Coupé die praktischen Talente nicht zu kurz, lange Gegenstände passen dank umklappbarer Rückenlehnen hinten rein.


Lahmer Drei-, leiser Vierzylinder              
Unter der vorderen Haube gibt es vorerst wenig Überraschendes. Ein Dreizylinder-Turbobenziner stellt den Einstieg, seine 120 PS klingen aber munterer, als sie sind. Mit 242 Newtonmeter um 71 Newtonmeter kräftiger ist der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 140 PS. Damit geht der i30 Fastback ganz gut vorwärts, nur unterbrochen von den zu großen Gangsprüngen der leichtgängigen Sechsgangschaltung. Besser flutscht es mit dem automatischen Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis 1.597 Euro). Das schaltet schnell und jederzeit in den passenden Gang und weiß sogar durch prompte Reaktion auf manuelle Schaltbefehle zu gefallen.
Ganz so sportlich ist die Lenkung dann nicht. Zwar setzt sie leichtgängig die gewünschten Richtungsänderungen um, lässt dabei aber den Fahrer stets etwas im Unklaren über den aktuellen Fahrbahnzustand. Das schafft die gelungene Federung auch, hier ist es aber etwas Gutes. Trotz fünf Millimetern Tieferlegung und 15 Prozent strafferer Federn gegenüber dem Steilheck hält sie kurze wie lange Fahrbahnunebenheiten sicher von den Insassen fern. Die wiederum halten sich von schnellen Kurven fern, denn da fehlt dem Chassis die letzte Präzision, das Auto schwimmt leicht. In langsamen, engen Kehren hilft das Heck durch leichtes Eindrehen, die Kurve zu kriegen.

Zoom Hyundai i30 Fastback 2022 Foto: Hyundai
Verschnörkelter Schriftzug: Die mittig angebrachte Modellbezeichnung soll wie eine Handschrift wirken.

Vorerst gibt es keine Alternativen zum Benziner. Ab Herbst ergänzt ein neu entwickelter Dieselmotor mit 136 PS das Angebot. Wem das nicht alternativ genug ist, muss zu anderen Modellen aus der Hyundai-Palette greifen. Zum Sommer kommt nicht nur der Brennstoffzellen-SUV Nexo, auch der kleine Hochbeiner Kona wird elektrisch. Er vertraut auf eine Batterie zur Energieversorgung, die in zwei Varianten entweder 390 oder 500 Kilometer Reichweite garantieren soll.


Bei 18.600 Euro geht es los
Derart ausgerüstet dürfte der Kona EV mit seinen knapp 200 PS dann deutlich teurer werden als der hier vorgestellte i30 Fastback. Der startet als Dreizylinder bei 18.655 Euro. Für den empfehlenswerten Vierzylinder verlangt Hyundai vertretbare 757 Euro mehr. Damit liegt das Fließheck wie schon bei der Außenlänge zwischen Steilheck und Kombi. Genau wie diese kommt der Fastback mit fünf Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Mit dabei sind immer Assistenten für Fernlicht, Spurhaltung und Notbremsungen. Der Abstand zum Vordermann und der tote Winkel werden auf Wunsch ebenfalls überwacht. Der i30 Fastback empfiehlt sich also für Kunden, denen ein herkömmliches Steilheck zu wenig Kofferraum hat, die einen Kombi aber zu bieder finden. Spätestens ab Herbst wird das Fließheck seiner flotten Optik dann auch motorisch gerecht: Neben dem sparsamen Diesel startet dann nämlich voraussichtlich auch eine sportliche N-Variante mit mindestens 250 PS.
 

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Datum

25. Januar 2018
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