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Fuhrparkversicherung online vergleichen

Verloren im Netz

Wenn Flottenmanager Leistungen und Preise von Fuhrparkversicherungen vergleichen wollen, müssen sie auf Makler ausweichen. Onlineportale wollen meist nur die Adresse abfischen.

Der Firmen-Rechtsschutz ist zu teuer, die Betriebshaftpflicht deckt nicht alle Risiken? Kein Problem, das Internet hilft, eine neue Versicherung zu finden. Doch bei einem Vergleich von Fuhrparkversicherungen sieht’s mau aus.

Wer unter dem Stichwort "Flottenversicherung online vergleichen" googelt, erhält zwar über 38.000 Ergebnisse. Eine Stichprobe der ersten im Ranking zeigt aber, dass sich hier entweder Versicherer präsentieren oder Vermittler, die es erst einmal auf die Adresse des Kunden abgesehen haben. Neben der Axa und der Gothaer taucht außerhalb von Werbeanzeigen auf der ersten Seite etwa das Angebot von "test-analyse.de" mit der Überschrift "Flottenversicherung 2017" auf. Doch einen Vergleich zur Flottenversicherung kann man nicht starten. Und für andere Firmenpolicen gibt es lediglich eine Anfrage über Finanzen.de, eine Vermittlungsgesellschaft aus Berlin. Sie verkauft Adressen an Berater.

Die großen Versicherungsportale bringen nichts

"Durch die Eingabe Ihrer Daten werden Leads generiert, die wir unmittelbar an unsere Berater weiterleiten", heißt es auf der Webseite. Bei Finanzen.de landet man letztendlich auch, wenn man einen Vergleich einer Flottenversicherung auf der Seite "online-vergleich-versicherung.de" anstößt. Auch auf der Seite ­"versicherungscheck24.de" ist kein Online-Flottenvergleich oder die Eingabe von Daten zu den einzelnen Kfz möglich. Über das Impressum kann man nachlesen, dass die Beratungs- und Vermittlungsleistungen von einem Unternehmen erbracht werden, das teilweise dem Versicherer Hanse-Merkur in Hamburg gehört. Problematisch ist zudem die Seite "gutguenstigversichert.de/kfz_­flottenversicherung". Im Fragebogen werden gar keine Daten zu den Fahrzeugen eines Fuhrparks abgefragt. Einen Vergleich kann es somit kaum geben.
Deutlich transparenter sind hingegen die Versicherungsmakler Blaser & Kempermann unterwegs (www.flotten-­rechner.de). Hier wird nach der Angabe wesentlicher Daten zu Fahrzeugart und Versicherungsschutz tatsächlich eine Prämie für den Fuhrpark ermittelt. Einen echten Vergleich, der mehrere Tarife und Anbieter auflistet, kann man das aber auch nicht nennen. Die Makler sind scheinbar der Meinung, dass ihr Flottentarif – den sie mit einem Versicherer explizit ausgehandelt haben – das Nonplusultra ist. "Bereits ab einer Größe Ihrer gewerblichen Kraftfahrzeugflotte von fünf Fahrzeugen bieten wir einen Stückprämientarif mit besonders günstigen Beiträgen und erstklassigem Versicherungsschutz", werben die Makler aus Erkelenz. Und sie versprechen, dass der Schadenfreiheitsrabatt im Hintergrund gepflegt wird. So können die Kunden bei Verlassen des Flottentarifs wieder darauf zugreifen.

Statt eines Flottenversicherungsvergleichs vergleicht der Versicherungsmakler Volker Hahn (versicherungsvergleich.de/flotten_fuhrparkversicherung) nur Einzelfahrzeuge über den Rechner Top-Tarif. Immerhin kann man in dem Fragebogen zum "individuellen Flottenversicherungsschutz" umfangreiche Angaben zur Flotte machen. Rudimentär ist das auch bei dem Versicherungsmakler Alexander Schramm aus Fulda (schramm-assekuranz.de) möglich.

Von direkten Versicherungsvergleichen sind alle Anbieter weit entfernt. Will ein Unternehmen den Versicherungsschutz der Firmenwagen überprüfen, sollte es daher direkt mit einem Versicherungsmakler seines Vertrauens Kontakt aufnehmen. Am besten mit einem Mitglied in dem Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM). Für bis zu 15 Fahrzeuge sollte ein solcher Experte auf das Flottenmodul der Unternehmensberatung Nafi aus Höxter zugreifen können – und somit in der Lage sein, ein schnelles Angebot zu liefern.

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Datum

5. Januar 2018
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