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Foto: Green Zones

Fahrverbote in Frankreich

Machen es uns die Franzosen vor?

Frankreich geht gegen die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr vor. Immer mehr Städte schließen alte Diesel anhand einer Vignette aus. Jetzt droht ein flächendeckendes Fahrverbot.

Seit Juli 2017 müssen Autofahrer im Nachbarland Frankreich in immer mehr Umweltzonen eine sogenannte Crit’Air Vignette an ihrem Fahrzeug haben. Die Vignette ist in sechs Farben aufgeteilt und soll so alte von neuen Fahrzeugen sowie Autos mit alternativen Antrieben unterscheiden. Damit wollen die französischen Behörden ältere Fahrzeuge und vor allem Diesel nach und nach aus Städten wie Paris, Straßburg, Grenoble, Lyon, etc. verbannen.

Französische Medien berichten darüber, dass im Falle von Luftverschmutzungsspitzen nun im gesamten Département Drôme Fahrverbote auf Grundlage der Crit’Air Vignette ausgesprochen werden können. Somit können demnächst in 24 Departements großflächig Dieselfahrverbote verhängt werden, da in Frankreich zuerst die Vignette 5 ausgeschlossen wird, also Dieselfahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2000 zugelassen wurden.

Fahrverbote von einem Tag auf den anderen möglich

Wintermonate sind die Monate der Luftverschmutzung – nicht etwa, weil mehr Schadstoffe ausgestoßen werden, sondern weil die Wetterbedingungen eine Konzentration der Schadstoffe begünstigen. So war es zuletzt in vielen Teilen Frankreichs der Fall, wo Luftverschmutzungsspitzen in den Départements Nord, Alsace und Loiret auftraten. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission sich einige Länder vorgenommen hat, die schon lange die Grenzwerte überschreiten. Unter anderem wurden Deutschland und Frankreich vorgeladen, um ihre Verstöße gegen die Luftschutz-Grenzwerte zu rechtfertigen. Nicolas Hulot, französischer Umweltminister, habe daraufhin die Städte aufgefordert, schneller an ihren Luftreinhalteplänen zu arbeiten und konkrete Maßnahmen bis Ende März 2018 vorzulegen. Aus diesem Grund sind zu den nun 24 bestehenden, auch kurzfristig weitere Umweltzonen in Frankreich zu erwarten.

Eine Tendenz zeichne sich den Medienberichten zufolge bereits ab, denn immer mehr Départements würden die Crit-Air Vignette in ihren Maßnahmenkatalog für Luftverschmutzungsspitzen aufnehmen. Wenn in diesen Gebieten die Luftverschmutzung durch Feinstaub, Stickoxid oder Ozon besonders hoch ist, können mit nur einem Tag Vorwarnung Fahrverbote für bestimmte Euro-Klassen ausgesprochen werden.

Im Falle von Fahrverboten dürfte auf den Straßen Frankreichs Verwirrung herrschen. Denn die Behörden wollen keine vorher definierten Gebiete innerhalb der Zone ausschließen. Das betroffene Gebiet wird einzeln beschlossen und ist nur für die Dauer der Luftverschmutzungsspitze gültig.

Eine Übersicht aller Umweltzonen im Ausland.

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Datum

25. Februar 2018
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