Subaru XV 2018 11 Bilder Zoom
Foto: Subaru

Fahrbericht Subaru XV (2018)

Einer für die Nische

Fahren, was nicht jeder fährt: Seit Hinz und Kunz auf SUV umsteigen, müssen sich Freunde exotischer Firmenwagen neue Nischenmodelle suchen. Wir könnten den Subaru XV empfehlen.

Als sogenannter Crossover schlägt der XV seit fünf Jahren die Brücke zwischen Kompaktwagen und hochbeinigem SUV. Der coupéartige Fünftürer mit dem markanten Gesicht und den muskulösen Radkästen kommt so gut beim Publikum an, dass die Fans der Marke teils lange Lieferzeiten in Kauf nehmen. Der weltgrößte Produzent von Allradautos arbeitet scheinbar am Kapazitätslimit.

Jetzt rollt die zweite Generation des XV an. Optisch kaum verändert, obwohl sie auf einer neuen Plattform basiert, die Subaru für alle kommenden Modelle verwendet. Die ermöglicht variablere Abmessungen, den Bau von steiferen und crashsichereren Karosserien sowie den Einsatz von mehr Assistenzsystemen. Benziner - vom Diesel haben sich die Japaner ja bereits verabschiedet - Boxermotoren, Allradantrieb, stufenlose Automatik und das Sicherheitssystem Eyesight sind also künftig nicht nur im XV, sondern in allen Modellen Standard.

Viele Fahrhelfer an Bord

Das Sicherheitssystem verknüpft Müdigkeitswarner, Abstandstempomat mit Staufunktion, aktiven Spurhalteassistent sowie die Notbremse mit Auffahrwarner. Dabei verzichtet Subaru auf Radar- oder Mikrowellensensoren. Die sitzen nämlich meist hinterm Stoßfänger und müssen schon bei kleinen Parkremplern aufwendig nachjustiert werden. Eyesight dagegen funktioniert rein optisch mit zwei am Rückspiegel platzierten Kameras und arbeitet zuverlässig. Allerdings begnügt sich das System nicht damit, unaufmerksame Fahrer mit einem sanften Lenkeingriff in die Spur zurückzuführen, sondern nervt auch noch mit unnötigem Gebimmel. Wer mehr Funktionen will, kann Totwinkel- oder Querverkehrswarner dazu ordern.

Zoom Subaru XV 2018 Foto: Subaru
Allrad ist Serie beim XV.

Die neue Plattform beschert dem XV ein paar Zentimeter mehr Radstand und eine in alle Richtungen gewachsene Karosserie. So fühlen sich die Passagiere in dem nun 4,47 Meter langen Auto sehr anständig untergebracht. Viel Gepäck sollten sie allerdings nicht einpacken, denn der nur 385 Liter kleine Kofferraum kommt schnell an seine Grenzen.

Cockpit ohne unnötige Spielereien

Im Cockpit verzichten die Japaner weiterhin auf Extravaganzen. Da gibt’s keine virtuellen Instrumente oder Bildschirme im Tabletformat. Stattdessen blickt der Fahrer auf klassische, aber sehr gut ablesbare Rundinstrumente. Die Navi läuft blendfrei auf einem bis zu acht Zoll großen Touchscreen und rechnet blitzschnell. Und alle wichtigen Funktionen lassen sich ganz einfach über Tasten oder Knöpfe einstellen. Der gesamte Innenraum wirkt grundsolide, sauber verarbeitet und längst nicht mehr so langweilig wie früher. Speziell in der teuersten Variante mit großzügig ausgelegtem Leder.

Zoom Subaru XV 2018 Foto: Subaru
Subaru setzt auf klassische, gut ablesbare Rundinstrumente.

Auch das Fahrwerk profitiert von der neuen Basis. Der XV wirft sich willig in Kurven, ist aber trotzdem komfortabel und lässt sich von Bodenwellen oder Schlaglöchern kaum aus der Ruhe bringen. Abstecher ins Gelände macht der SUV klaglos mit. Zur Not halten ihn elektronische Offroadhelfer in der Spur. Nur an die leichtgängige, fast gefühllose Lenkung muss man sich gewöhnen.

Trotzdem macht der Ausflug über kurvige Landstraßen Spaß, bevorzugt mit dem 156 PS starken Benziner. Der tut sich naturgemäß sehr viel leichter als der nur 114 PS starke 1.6. Zum Vergleich: Der XV 2.0 sprintet in 10,4 Sekunden auf 100 km/h, der kleinere Benziner braucht dafür 3,5 Sekunden länger. Beide Motoren kommen mit einem CVT-Getriebe, das in sieben Gängen abgestuft wurde. Das verhindert Drehzahleskapaden und fühlt sich an wie eine normale Automatik. Trotzdem: Ganz leise fährt der XV nicht, die kernigen Motoren sind immer präsent. Außerdem sind die hohen Normverbräuche von 6,4 beziehungsweise 6,9 Litern nicht mehr zeitgemäß. In der Praxis muss man selbst bei zurückhaltender Fahrweise sogar mit gut neun Litern rechnen.

2.500 Euro teurer als bisher

Der gut ausgestattete XV startet bei 19.310 Euro netto, kostet somit 2.500 Euro mehr als bisher. Aber dafür fährt er ja nun auch mit Automatik und Eyesight vor. Für den 156-PS-Benziner verlangen die Japaner etwas über 23.500 Euro netto. Bei Ford würde man dafür einen frontgetriebenen, 120 PS starken Kuga Diesel mit Automatik bekommen. Ein vergleichbarer Mazda CX-5 mit 160 PS, Automatik und Allradantrieb kostet sogar rund 28.000 Euro. Subaru gibt zusätzlich fünf Jahre Garantie und die Autos sind erfahrungsgemäß sehr wertstabil. Auch in diesem Punkt bedient Subaru eine Nische.

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Datum

24. Januar 2018
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