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Foto: Skoda

Fahrbericht Skoda Karoq

So fährt Skodas neuer Kompakt-SUV

Der Skoda Karoq beerbt den Yeti. Ein klassischer SUV löst also den rustikalen Hochdach-Kombi ab. Mit moderner Technik und vielen cleveren Details liegt der Karoq voll im Trend.

Vorbei ist es mit dem kastenförmige Yeti, er hat ausgedient und ist ab jetzt Geschichte. Er brachte es auf zu geringe Stückzahlen. Dem einen gefiel das Yeti-Design, aber vielen Käufern war der tschechische Hochdach-Kombi einfach zu polarisierend. Mit dem Nachfolger tritt nun die Kehrtwende ein. Skoda springt mit dem neuen Karoq auf die scheinbar nie endende SUV-Welle auf. SUV liegen weiterhin hoch im Kurs und spülen mehr Geld in die Kassen.

Erstes Modell mit digitalen Instrumenten

Der Karoq ist mit 4,38 Metern größer als der Yeti und auch breiter, aber um einiges kompakter als Skodas erstes SUV Kodiaq. Die technische Basis teilt sich der Karoq mit dem Konzernbruder Seat Ateca. Bis auf den kleinen Dreizylinder-Benziner sind alle Motoren mit Allrad erhältlich. Gebaut werden Karoq und Ateca gemeinsam im tschechischen Skoda-Werk Kvasiny.

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Als erster Skoda überhaupt kann der Karoq auf Wusch mit einem virtuellen Cockpit ausgestattet werden.

Der Karoq ist Skodas erstes Modell, das mit einem virtuellen Cockpit vorfährt. Das optional erhältliche digitale Instrumentenfeld kann wie im Golf mehrfach konfiguriert werden, um beispielsweise die Navigationskarte formatfüllend auf den Bildschirm hinterm Lenkrad zu werfen. Jedoch steht das virtuelle Cockpit noch nicht zum Verkaufsstart im November zur Verfügung, sondern erst ab Frühjahr 2018. Auch sonst ist der Karoq auf dem allerneuesten Stand. Der 9,2 Zoll große Multimedia-Touchscreen arbeitet schnell, bindet Smartphones mit ins System ein und kann als Wlan-Hotspot genutzt werden.

Verschiebbare Einzelsitze

Das Interieur ist bedienerfreundlich aufgebaut und die aufgeschäumten Kunststoffe vor Fahrer und Beifahrer hinterlassen einen gediegenen Eindruck. Zumindest in weiten Bereichen. Denn hartes Plastik an den Türverkleidungen lässt erkennen, dass der Rotstift auch im Karoq eine Runde drehte. Ziemlich schade, weil sonst alles passt.

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Auf Wunsch gibt es statt der Rückbank im Fond auch drei verschiebbare Einzelsitze.

Das fühlbare Qualitätsmanko macht der Tscheche jedoch mit einem großzügigen Platzangebot wett. Ganz besonders, wenn der Karoq mit seinem Vario-Flex-System geordert wird. Dann sorgen drei verschiebbare Einzelsitze für eine üppige Beinfreiheit im Fond und machen den elektrisch öffnenden Kofferraum variabler. Das Fassungsvermögen liegt zwischen 479 bis hin zu sehr großzügigen 1.810 Litern bei komplett ausgebauten Sitzen in Reihe zwei. Bei feststehender Rückbank bleiben immerhin noch 521 bis 1.630 Liter Platz fürs Gepäck.

Extras ohne Ende

Praktisch ist die Wendematte im Laderaumboden, die unempfindlich gegenüber verschmutzten oder nassen Kleidungsstücken ist. Insgesamt bringt der Karoq viele nette Details mit, die charakteristisch für die tschechische VW-Tochter sind. Dazu zählen unter anderem vier robuste Taschenhaken im Kofferraum nebst einer aufladbaren Taschenlampe, der herausnehmbare Abfalleimer in der Türverkleidung, ein Regenschirm unterm Beifahrersitz, oder der Eiskratzer im Tankdeckel.

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Bis auf die kleinen Dreizylinder-Benziner sind alle Motoren mit Allrad lieferbar.

Ein Schnäppchen ist der Karoq allerdings nicht. Der 115 PS starke 1,6-Liter TDI startet ab 22.773 Euro (alle Preise netto), der Zweiliter-TDI mit 150 PS und Allrad geht bei 26.294 Euro los. Kommen weitere Optionen hinzu, wird es schnell teuer. Die Preisliste ist verführerisch lang, dafür bietet sie mit unter anderem einem Stauassistenten und adaptivem Tempomat jede Menge Fahrerassistenten und ist zudem mit reichlich Komfortfeatures gespickt.

Hoher Fahrkomfort

Stellenweise gibt sich Skoda bei der Ausstattung aber unnötig kleinlich. Wer etwa regelmäßig längere Gegenstände ins Kodiaq-Heck wuchten muss und den doppelten Ladeboden (160 Euro) nicht mitbestellt, wird sich über die enorme Stufe nach dem Umklappen ärgern. Die praktische Wendematte berechnet Skoda ebenfalls mit 42 Euro. Daher sollten die Bestellhäkchen an der richtigen Stelle gesetzt werden. Wie etwa bei den Voll-LED-Scheinwerfern, die die Fahrbahn intelligent und besser ausleuchten. Oder beim adaptiven Fahrwerk, welches in der Grundabstimmung komfortabler über Unebenheiten abrollt als beim baugleichen, jedoch wesentlich strafferen Konzernbruder Seat Ateca.

Zur Spaßbremse verkümmert der angenehm weich federnde Karoq dadurch allerdings nicht und lässt sich präzise und handlich um Ecken zirkeln. Der gefahrene 150 PS-TDI hat mit dem Karoq ein leichtes Spiel und das Siebengang-DSG sortiert die Gänge passend dazu. Den angegebenen Werksverbrauch von fünf Litern im Schnitt schafften wir am Ende nicht ganz. Eine 5,8 notierte der Bordcomputer, was aber immer noch völlig in Ordnung ist.

Angeboten wird der Karoq zu Beginn nur in den Ausstattungslinien Ambition und Style, die Basisversion Active kommt Mitte 2018. Das Motorenprogramm wird dagegen schon im Frühjahr erweitert. Dann startet der 190 PS starke Top-Diesel und ein weiterer 1,5-Liter TSI mit 115 PS rundet das Angebot bei den Benzinern nach unten ab.

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Datum

16. Oktober 2017
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