Jeep Renegade 2018 10 Bilder Zoom
Foto: Jeep

Fahrbericht Jeep Renegade

Feinschliff für den kleinsten Jeep

Mehr Konnektivität und Funktionalität lautet die Devise für den renovierten Jeep Renegade. Die Benziner werden günstiger, dafür kosten die Diesel jetzt mehr.

Vor gut vier Jahren erblickte der kleine Jeep Renegade das Licht der Welt und entpuppte sich als ein wahrer Glücksgriff. Er hat sich auf Anhieb zum erfolgreichsten Modell der Marke in Europa gemausert, in Deutschland gingen bisher gut die Hälfte aller Jeep-Verkäufe auf das Konto des kleinsten Offroaders. An seiner charismatischen Optik wurde nichts verändert. Warum auch, seinen unverwechselbaren Auftritt fanden Privatkunden wie User-Chooser gleichermaßen prima. Weniger gefiel ihnen allerdings der viel zu tief positionierte Griff der Kofferraumklappe. Jeep ersetzt ihn nun durch einen konventionellen breiten Griff am Heck.

Weitere Änderungen betreffen den Innenraum. Zwar fallen die Modifikationen recht moderat aus, dafür erweisen sie sich als umso praxistauglicher. Mal eben das Smartphone vernünftig verstauen oder den alltäglichen Kleinkram rutschsicher ablegen, das alles ging im Renegade bislang nur schwer. Es fehlten schlichtweg brauchbare Ablagemöglichkeiten. Dieses Manko wurde durch eine umgestaltete Mittelkonsole mit größeren Staufächern, nebst einem seitlichen Netz zur Unterbringung von kleineren Gegenstände, beseitigt.

Großes Multimedia besser vernetzt

Die Regler für Heizung und Klimaanlage übernimmt Jeep vom größeren Compass. Den zweiten USB-Anschluss verfrachten die Ingenieure hinter die Mittelarmlehne von Fahrer und Beifahrer in den Fond, damit auch die mitreisenden Gäste ihr elektronisches Equipment aufladen können. Ebenso neu ist das Multimediasystem Uconnect. In seiner vierten Generation lassen sich endlich Smartphones via Apple Carplay und Android Auto mit dem Infotainment vernetzen. Der Touchscreen misst in seiner besten Uconnect-Ausführung stolze 8,4 Zoll statt wie vorher 6,5 Zoll. Damit zählt der Monitor zu den größten im Segment der kleinen SUV. Er ist zudem einfach zu bedienen. Alternativ können die Kommandos auch per Sprachsteuerung erfolgen. Und der digitale Radioempfang ist neuerdings bei allen Renegade-Modellen serienmäßig.

Zoom Jeep Renegade 2018 Foto: Jeep
Mit 8,4 Zoll zählt der Touchscreen-Monitor zu den derzeit größten im Segment der kleinen SUV. Smartphones lassen sich nun endlich mit dem Fahrzeug vernetzen.

Über eine spezielle Jeep-App streamt der Renegade Musik aus dem Internet, ruft aktuelle Nachrichten ab oder verbindet sich mit sozialen Netzwerken. Neben den bekannten Anzeigen für die Antriebsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, oder etwa der Seiten- und Längsneigung im Offroad-Gelände, zählen eine Höhenanzeige und ein atmosphärischer Luftdruckmesser zu den weiteren Skills.

Teilweise günstiger, teils teurer

Bei den Motoren hat sich nichts verändert. Es bleibt bei drei Benzinern und vier Dieseln. Die Leistung beträgt weiterhin zwischen 95 und 170 PS. Ebenso ist Allrad bei den stärksten Antrieben immer Serie. Es ändern sich jedoch die Preise. Während die Benziner bis zu 850 Euro (alle Preise netto) billiger wurden, kosten die Diesel ein paar Hunderter mehr. So geht der günstigste Renegade mit Frontantrieb und 110 PS für 16.807 Euro über den Ladentisch, der kleinste Selbstzünder mit 95 PS beginnt bei 18.067 Euro. Mit Allrad und 140 PS startet der Renegade als Zweiliter-Diesel bei 23.109 Euro.

Zoom Jeep Renegade 2018 Foto: Olaf Pignataro
Die einzige optische Änderung fand hinten statt. Zum Öffnen der Heckklappe dient nun ein breiter Griff über dem Stoßfänger.

Für mittelschweres Gelände gibt es weiterhin die spezielle Offroad-Variante Trailhawk. Eine vierjährige Garantie ist bei allen Varianten inklusive. Der gefahrene 120 PS-Diesel läuft kultiviert und verfügt über genug Kraftreserven. Auch das Doppelkupplungsgetriebe für 1.261 Euro gefällt, es sortiert sich angenehm sanft durch das Sechs-Gänge-Menü. Genauso komfortabel fährt sich der Renegade auch. Derbe Unebenheiten wie Schlaglöcher oder Kopfsteinpflaster filtert das Fahrwerk mühelos weg.

Diesel-Fans sollten warten

Einen kleinen Haken gibt es allerdings dann doch: Alle Diesel erfüllen derzeit nur die Euro 6b-Norm. Diesel-Interessenten sollten deshalb mit ihrer Bestellung noch etwas warten. Bei den italo-amerikanischen Offroad-Profis von Jeep ist ein Facelift nämlich turnusgemäß in zwei Schritte aufgeteilt. Wir rechnen bereits zum Jahresende mit der weiteren Überarbeitung. Dann sollen die Dieselmotoren sauberer werden und für die rustikale Front- und Heckpartie wird es obendrein noch ein optisches Update geben.

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Datum

2. Februar 2018
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