DS7 Crossback 8 Bilder Zoom
Foto: DS

DS 7 Crossback im Fahrbericht

Nobler Kompakt-SUV aus Frankreich

Mit dem DS 7 Crossback wollen die Franzosen ein Stück vom süßen Premium-Kuchen abhaben. Bringt er dafür neben der schicken Hülle auch die richtigen Qualitäten unterm Blech mit?

Richtig stolz sind sie bei der Marke DS: Mit dem DS7 Crossback haben sie es geschafft, das erste selbst entwickelte Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Bisher waren die DS-Modelle zwar sehr gediegen, aber schlichtweg nur Ableger aus der bestehenden Citroën-Produktpalette. Der DS7 Crossback ändert das und ist dabei der Anfang einer Offensive. In den nächsten sechs Jahren soll jährlich ein weiteres Modell unter dem DS-Label erscheinen.

Der DS7 Crossback ist ein SUV, das mit luxuriösen Accessoires auf sich aufmerksam machen will. Die Konkurrenz sieht DS bei den deutschen Premium-Herstellern. Allerdings lässt sich das 4,57 Meter lange Nobel-SUV nur schwer einsortieren. Audi Q3, BMW X1 oder Mercedes GLA sind deutlich kleiner. Die Positionierung liegt eher eine halbe Klasse höher. Damit trifft der DS auch auf Mitbewerber wie etwa den Ford Kuga Vignale.

Zoom DS7 Crossback Foto: DS
Ein virtuelles Cockpit und ein Multimedia-Touchscreen dominieren den Innenraum. Das Interieur lässt sich mit edlem Leder und Hölzern verfeinern.
Digitaler Kommandostand und Luxus pur

Großes Kino nach dem Einstieg. Zwei große Displays im Zwölf-Zoll-Format machen sich vor dem Fahrer breit. Einer dient dem Piloten als digitale Anzeige für Geschwindigkeit und weitere Fahrzeugdaten, der mittig platzierte als internetfähiger Multimedia-Kommandostand. Auch an anderen Stellen haben die Franzosen tiefer ins Portemonnaie gegriffen. Das sieht und fühlt man. Die verwendeten Materialien wirken ansprechend und lassen viel Detailliebe erkennen. So wurde die edle Lederbespannung in unserem Testwagen vom Waffelmuster einer Chanel-Handtasche inspiriert. Wir finden das einfach trés chic.

Exklusives und viel Bling-Bling

Die mittig und weit oben angebrachte Uhr vom französischen Hersteller B.R.M zeigt nicht nur einfach die Zeit an, sondern dreht sich nach dem Motorstart leise aus ihrem Gehäuse. Die Drehregler an Lenkrad und Multimedia wurden mit ihrer rautenförmigen Oberfläche Diamanten nachempfunden. Gleiches gilt für die LED-Elemente in den adaptiven Frontscheinwerfern. Sie kreisen und schwenken zur Begrüßung und funkeln kurz wie Sterne in der Nacht. Alles ist sehr aufwändig in Szene gesetzt. So viel Bling-Bling mag nicht jedermanns Geschmack sein. Im fernen China allerdings, wo der Hauptabsatzmarkt des DS7 Crossback sein wird, kommt das große Licht-Spektakel sicherlich gut an.

Hohes Maß an Handarbeit

Neben den fünf regulären Ausstattungsniveaus kann das Interieur in fünf weiteren Ausbaustufen individualisiert werden. Die Marke DS spricht hier von Inspirationen. Je nach Gusto präsentiert sich der DS7 Crossback dann in feinstem Nappaleder mit handgestickten Nähten oder schmückt die Armaturentafel mit offenporigen Hölzern. Natürlich entscheidet bei der großen Auswahl hier letztendlich der eigene Geschmack.

Dienstwagennutzer sollten aber auf jeden Fall bei ihrer Bestellung bei den belüfteten Massagesitzen ein Häkchen machen. Sie tragen das AGR-Gütesiegel (Aktion Gesunder Rücken e.V.). Zurecht, wie wir finden. Das Mobiliar unterstützt den Körper gut und gewährt dem Fahrer und Beifahrer einen ausgezeichneten Halt. Während das Platzangebot vorne im DS7 Crossback recht üppig ausfällt, ist es hinten etwas knapp. Aber der Raum reicht für Erwachsene vollkommen aus.

Fragen tauchen dagegen beim Hochsurren der optional elektrischen Heckklappe auf. Das sollen 555 Liter Fassungsvermögen sein? Wir wollen es kaum glauben, denn das Gepäckabteil ist ziemlich flach. Das kann höchstens stimmen, wenn alle Staufächer nebst doppeltem Ladeboden hinzuaddiert wurden. Zumindest bleibt die Ladefläche auch nach dem Umlegen der Rücksitzlehnen so schön glattflächig wie der Boden eines Elsässer Flammkuchens. Maximal wächst das Fassungsvermögen übrigens auf durchaus glaubhafte 1.752 Liter an.

Jede Menge Assistenten aus der Oberklasse

Auf Nummer sicher gehen die Franzosen bei den Assistenzsystemen. Davon bietet der DS7 Crossback reichlich, einige stammen sogar aus dem Luxussegment. Da wäre etwa die Kamera, die die Straße abscannt und die aktiven Dämpfer an die Fahrbahn anpasst. In der Praxis funktioniert das prima, denn auf Unebenheiten federt das noble SUV sehr komfortabel. Überhaupt entpuppt sich das SUV als ein behaglicher Cruiser, in dem man fast schon wie auf Wolke sieben schwebt. Dazu passt auch die butterweich agierende Achtstufen-Automatik beim 180 PS starken Diesel.

Aber zurück zu den Assistenten. Mit Nightvision hält ein Infrarot-Nachtsichtsystem in den DS7 Crossback Einzug, welches querende Fußgänger und Tiere erkennt, und den Fahrer im virtuellen Cockpit warnt. Der DS7 kann darüber hinaus teilautonom Fahren, vollautomatisch Einparken und sollte der Fahrer müde werden, erkennt dies die bordeigene Kamera hinter dem Lenkrad. Die überwacht den Lidschlag der Augen, das Gesicht und die Kopfbewegungen. Auch die Lenkbewegungen werden kontrolliert. Sollte die Kondition nachlassen, erscheint die Empfehlung eine Pause einzulegen.

Drei Motoren zu Beginn, 2019 kommt ein Plug-in-Hybrid

Die Motorenpalette besteht zum Verkaufsstart aus den beiden BlueHDi mit 130 und 180 PS, sowie dem derzeit einzigen 1,6-Liter-Benziner mit 225 PS. Im Sommer folgen neben einem 130 PS-Dreizylinder sowie einer auf 180 PS gemäßigten 1,6-Liter-Variante noch zwei weitere Antriebe aus der Benziner-Fraktion. Auch die Teilelektrifizierung ist schon in der Pipeline. Mitte 2019 wollen die Franzosen mit dem E-Tense den ersten Plug-in Hybriden von PSA bringen. Die Kombination aus einem Benziner und zwei Elektromotoren soll es auf eine Systemleistung von rund 300 PS bringen und rein elektrisch gut 50 Kilometer weit kommen. Und weil eine E-Maschine die Hinterachse antreibt, wird der DS7 Crossback zum Allradler für die Straße. Alle anderen Modelle treiben nämlich nur die Vorderachse an. Voraussichtlicher Kostenpunkt für den E-Tense: rund 55.000 Euro netto.

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Datum

9. Februar 2018
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